Historisches Wiesbaden – Vorwort

Ich habe vor einigen Tagen über flickr das Bild-Archiv des San Diego Air & Space Museums entdeckt. Dort gibt es viele Luftaufnahmen, die von John McGrew einem Mitglied der Fotoabteilung der 5th Aero Group A.E.C. während und nach dem ersten Weltkrieg gemacht wurden.

Eines dieser Fotos zeigt auch das Wiesbaden dieser Zeit von oben.

Historische Luftaufnahme von Wiesbaden

Historische Luftaufnahme von Wiesbaden

Die Beschriftung (9-4-19 16h) am unteren Rand lässt darauf schließen das die Aufnahmen genau am 04.09.1919 bei einem Flug um 16 Uhr entstanden ist.

Ich möchte dieses Bild zum Anlass nehmen eine Reihe von digitalen Rundreisen durch das historische Wiesbaden zu machen und mir die Veränderungen des Stadtbilds im Wandel der Zeit anzusehen, denn schon auf den ersten Blick entdecke ich auf diesem Foto viele interessante Gebäude die heute nicht mehr existieren oder ihr Äußeres durch Zerstörungen im zweiten Weltkrieg stark verändert haben.

Beginnen möchte ich aber ersteinmal damit, das wir uns auf dem Bild etwas genauer orientieren. Dazu habe ich die wichtigsten Straßen mit ihrer heutigen Bezeichnung eingetragen. Ich kann nicht sicher sagen das die Straßennamen damals schon genauso lauteten, aber so können wir uns auf jeden Fall einen guten Überblick verschaffen.

Historisches Luftbild von Wiesbaden

Historisches Luftbild von Wiesbaden

Also wir sehen hier etwa aus westlicher Richtung nach Osten über den Stadtkern Wiesbadens. Am unteren Rand verläuft fast horizontal die Schwalbacher Str. Rechtwinklig dazu sehen wir die Friedrichstr. die sich fast durch das ganze Bild zieht bis sie auf die Wilhelmstr. trifft. Durch die Mitte ziehen sich Kirch- und Langgasse. Über die obere linke Ecke verlaufen noch die Taunus- und die Sonnenberger Str.

Hier ungefähr das gleiche Gebiet aber aus der modernen Sicht von Google. Die Perspektive ist leider etwas anders als auf dem Originalfoto, aber man kann trotzdem viele Parallelen erkennen.

Moderne Ansicht von Wiesbaden

Moderne Ansicht von Wiesbaden

Einige Veränderungen im Stadtbild fallen sofort auf. So fehlt die Synagoge an der Coulinstraße, das Lyceum neben der Marktkirche ist nicht mehr vorhanden und das Paulinenschlösschen in der Nähe der Sonnenberger Str. ist heute nur noch ein Parkplatz.

Historisches Wiesbaden

Historisches Wiesbaden

Andere Unterschiede sind weniger offensichtlich, aber dennoch gravierend. So hat sich z. B. die Ladenzeile in der nördlichen Kirchgasse völlig verändert und die Bäume auf dem Vorplatz des Kurhauses musste gerodet werden. Auch das Rathaus hat im Laufe der Jahre stark gelitten, es verlor bei einem Bombenangriff im zweiten Weltkrieg einen großen Teil seiner aufwendig gestalteten Fassade und auch Teile des Gebäudes wurden zerstört und nicht wieder aufgebaut. Im Gegenzug wurde aber im unteren Bereich des Bildes an der Schwalbacher Str. aufwendig gebaut.

Historisches Wiesbaden

Historisches Wiesbaden

In den nächsten Wochen möchte ich nun dieses alte Foto zum Ausgangspunkt einer Beitragsserie machen, in der ich den Geschichten dieser Veränderungen auf den Grund gehen möchte. Aber auch die historischen Bauten und Orte, die noch heute in dieser Stadt zu bestaunen sind sollen nicht zu kurz kommen.

Quellen: Für alle Interessierten geht es hier zur John Mcgrew Special Collection bei Flickr.

Tag der offenen Tür auf dem Jagdschloss Platte

Am Sonntag dem 6. Mai 2012, finden im Jagdschloss Platte zwischen 12 und 16 Uhr ein Tag der offenen Tür statt. Gleichzeitig werden in dieser Zeit historische Rundgänge durch einen Wiesbadener Gästeführer angeboten.

Näheres zum Tag der offenen Tür im Jagdschloss Platte findet ihr hier:

http://www.wiesbaden.de/tourismus/kongresse-tagungen/jagdschloss-platte/tag-der-offenen-tuer.php

Jagdschloss Platte: Definitiv kein Spaziergang

Heute habe ich eine Strecke erkundet, die sich in einigen, wesendlichen Punkten von meinen üblichen Wanderwegen unterscheidet. Während ich üblicher Weise eher nahe der Zivilisation unterwegs bin hat es mich heute vom Großstadtdschungel in den Wald getrieben. Und auch wenn der Wald heutzutage nicht mehr das undurchdringliche Gebilde von einst ist und viele von Menschenhand geschaffene Wege ihn so zahlreich durchkreuzen, das es fast unmöglich scheind sich zu verlaufen möchte ich doch sagen, das es noch immer schwierig ist sich in so einem großen Gebiet umgeben von Bäumen zurecht zu finden. Aus diesem Grund möchte ich vorab eine wichtige Anmerkung machen. Ihr solltest da oben auf den bewaldeten Hügeln des Taunus-Gebirges, nie und nimmer und ganz egal was euer GPS sagt, den ausgebauten Pfad verlassen. Es ist absolut und auf keinen Fall notwendig irgendeinem matschigen, kleinen Trampelpfad zu folgen um zum Jagdschloss zu kommen. Fragt nicht woher ich das weiß, aber glaubt mir einfach wenn ich sage, das ihr dadurch nur unnötige, zusätzlich Kilometer generiert und ihr danach ganz sicher eure Schuhe putzen müsst. 😉
Es gibt mehr als eine mögliche Strecke, aber ein Trampelpfad muss nicht dazu gehören.

Unser heutiger Weg beginnt im Nerotal. Für alle die noch nie dort waren, man kann mit dem Bus der Linie 1 hinfahren, das habe ich auch getan. Am besten steigt man dann an der Endhaltestelle „Nerotal“ direkt vor der Talstation der Nerobergbahn aus. Von hier hat man dann einen wundervollen Blick über den Neropark auf der einen und auf das Viadukt der Nerobahn auf der anderen Seite.

Um nun zur Platte zu gelangen bin ich unter dem Viadukt hindurch und neben der asphaltierten Straße in einen kleinen Waldweg eingebogen. Hier hängt auch das einzige Hinweisschild, das ich finden konnte und das den Weg dort hin zeigt. Ich muss zugeben, das mich das sehr schnell betrübte, denn der Weg wäre ohne meine GPS-Navigationssoftware kaum zu finden gewesen. Dabei hängen auf dem Neroberg etliche Wegweiser zu allen möglichen Zielen und es gibt dort oben nicht nur einen ausgeschilderten Wanderweg.

Den genauen Weg, den ich letztendlich genommen habe könnt ihr hier sehen (wobei ich die Karte von Fehlwegen bereinigt habe):


Größere Kartenansicht

Er ist geprägt von sehr viel Wald und führt fast ausschließlich bergauf! Teile des Weges sind asphaltiert, einige Streckenabschnitte sind aber auch eher unwegsamer Waldboden. Ich rate auf jeden Fall zu geschloßenem, festen Schuhwerk, weil es häufiger auch mal über Schotterpisten geht und man selbst mit griffigen Sohlen schon mal ausrutschen oder umknicken kann.

Oben auf der Platte angekommen hat einen dann aber die Zivilisation wieder. Hier gibt es Grillhütten, einen großen Spielplatz, den Gasthof „Jagdschloss Platte“ und selbstverständlich das Jagdschloss selbst, das aktuell aber nur von Außen besichtigt werden kann. Von einigen Stellen dort oben hat man auch einen fantastischen Blick über den Wald hinweg bis runter zum Rhein. Auf alten Aufnahmen, kann man erkennen das diese Aussicht zur Zeit des Baus noch nicht so sehr von Bäumen verstellt war. Damals muss man mit einem Blick aus dem Jagdschloss heraus über das ganze Tal gesehen habe. Eine wundervolle Vorstellung.

Für den Rückweg habe ich mir eine etwas andere Strecke ausgesucht. Diese ist auch in größeren Teilen asphaltiert, führt aber ebenfalls ins Nerotal. Sie hat auch den Vorteil, das man nun ausschließlich bergab gehen kann und nicht noch einmal Teile des Nerobergs erklimmen muss. Das Ende liegt dann parallel zum Anfang des Waldwegs.

Hier die Karte:


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